Karlsruher Institut für Technologie
Das Karlsruher Institut für Technologie (kurz KIT) ist eine staatliche Forschungsuniversität in Karlsruhe, Baden-Württemberg. Es entstand 2009 durch den Zusammenschluss der 1825 gegründeten Universität Karlsruhe mit dem Forschungszentrum Karlsruhe und zählt mit rund 23.000 Studierenden zu den großen Technischen Hochschulen Deutschlands.
Geschichte
Die Universität Karlsruhe geht auf die 1825 von Großherzog Ludwig I. von Baden gegründete Polytechnische Schule zurück, eine der ältesten technischen Bildungseinrichtungen Europas nach dem Vorbild der Pariser École polytechnique. 1899 erhielt die Hochschule das Promotionsrecht; 1967 nahm sie den Namen Universität Karlsruhe (TH) an. 1969 wurde in Karlsruhe einer der ersten Informatik-Studiengänge Deutschlands eingerichtet.
Das Forschungszentrum Karlsruhe wurde 1956 als Kernreaktor Bau- und Betriebsgesellschaft gegründet und entwickelte sich zu einem großen nationalen Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft. 2009 fusionierten Universität und Forschungszentrum zum Karlsruher Institut für Technologie, das damit eine einzigartige Doppelrolle als Universität und Großforschungseinrichtung einnahm. Das KIT wurde 2006 in der Exzellenzinitiative (noch als Universität Karlsruhe) und 2019 in der Exzellenzstrategie als Exzellenzuniversität ausgewählt.
Fakultäten und Studienangebot
Das KIT gliedert sich in elf Fakultäten: Mathematik, Physik, Chemie und Biowissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften, Architektur, Bauwesen, Maschinenbau, Chemie- und Verfahrenstechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik sowie Wirtschaftsingenieurwesen. Das Studienangebot konzentriert sich auf Ingenieur- und Naturwissenschaften und Informatik, ergänzt um Geistes- und Wirtschaftswissenschaften.
Campus
Der Campus Süd der Universität liegt am Rand der Karlsruher Innenstadt am Schlossbezirk; der Campus Nord, das ehemalige Kernforschungszentrum, liegt im Hardtwald nördlich der Stadt. Weitere Standorte bestehen unter anderem am Campus Ost und Campus West. Ein S-Bahn-ähnlicher Verkehrsverbund verbindet die Standorte.
Forschung
Als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft verbindet das KIT universitäre Forschung mit Großforschung. Schwerpunkte sind Energie, Mobilität, Informationstechnologien, Klima und Umwelt sowie Elementarteilchen- und Astroteilchenphysik; auf dem Campus Nord betreibt das KIT unter anderem Anlagen der Energieforschung und das Spektrometer KATRIN zur Neutrinomasse. Die Karlsruher Forschungstradition reicht bis zur Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz zurück.
Persönlichkeiten
Heinrich Hertz wies als Professor in Karlsruhe in den 1880er Jahren die Existenz elektromagnetischer Wellen nach. Karl Benz, der Erfinder des Automobils, studierte an der Karlsruher Polytechnik. Der Maschinenbauwissenschaftler Ferdinand Redtenbacher und der Ingenieur Franz Grashof lehrten hier; auch der spätere Physik-Nobelpreisträger Ferdinand Braun war als Professor in Karlsruhe tätig.