Technische Universität Dortmund
Die Technische Universität Dortmund (TU Dortmund) ist eine staatliche Technische Universität in Dortmund in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde 1968 als Universität Dortmund gegründet und zählt rund 30.000 Studierende. Ihr Fächerspektrum verbindet Natur- und Ingenieurwissenschaften mit Gesellschafts- und Kulturwissenschaften. Neben technischen Studiengängen gehören insbesondere die Lehrkräftebildung, die Statistik, die Raumplanung und die Rehabilitationswissenschaften zu ihrem Angebot. Die Hochschule ist Mitglied der Universitätsallianz Ruhr, in der sie mit der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen zusammenarbeitet.
Geschichte
Die Gründung der Universität Dortmund stand im Zusammenhang mit dem Ausbau des Hochschulwesens in der Bundesrepublik Deutschland während der 1960er Jahre. Im Ruhrgebiet sollten zusätzliche Studienmöglichkeiten entstehen und wissenschaftliche Einrichtungen zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung beitragen. Die neue Universität nahm am 16. Dezember 1968 ihren Betrieb auf. Ihr Gründungsrektor war der Chemiker Martin Schmeißer.
Anfangs prägten vor allem naturwissenschaftliche und technische Fächer die Hochschule. Der Aufbau erfolgte schrittweise; zugleich entstanden die Gebäude des heutigen Campus. Die Universität entwickelte dabei ein Profil, das mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen mit ingenieurwissenschaftlichen Anwendungen verband. Auch die Raumplanung wurde zu einem charakteristischen Bestandteil des Dortmunder Studienangebots.
1980 wurde die Dortmunder Abteilung der Pädagogischen Hochschule Ruhr in die Universität eingegliedert. Dadurch gewannen die Erziehungswissenschaften, die Lehrkräftebildung sowie weitere geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Fächer erheblich an Bedeutung.
Seit dem 1. November 2007 trägt die Hochschule den Namen Technische Universität Dortmund. Die Umbenennung betonte ihre technische und naturwissenschaftliche Ausrichtung, ohne das breitere Fächerspektrum aufzugeben. Ebenfalls 2007 entstand die Universitätsallianz Ruhr.
Fakultäten und Studienangebot
Die TU Dortmund gliedert sich in 17 Fakultäten. Ihre Struktur umfasst sowohl klassische universitäre Disziplinen als auch anwendungsbezogene Fachgebiete. Zu den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten zählen Mathematik, Physik, Chemie und Chemische Biologie, Informatik sowie Statistik.
Die ingenieurwissenschaftliche Seite vertreten die Fakultäten Bio- und Chemieingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik, Raumplanung sowie Architektur und Bauingenieurwesen. Hinzu kommt die Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Das gesellschafts- und kulturwissenschaftliche Spektrum bilden die Fakultäten Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung, Rehabilitationswissenschaften, Humanwissenschaften und Theologie, Kulturwissenschaften, Kunst- und Sportwissenschaften sowie Sozialwissenschaften.
Das Studienangebot umfasst Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Möglichkeiten zur Promotion. Neben deutschsprachigen werden auch englischsprachige Masterprogramme angeboten. Internationale Studienmöglichkeiten werden durch Austauschprogramme und Hochschulpartnerschaften ergänzt.
Eine wichtige Stellung nimmt die Lehrkräftebildung ein. Sie verbindet das Studium der Unterrichtsfächer mit Fachdidaktik, Bildungswissenschaften und schulpraktischen Anteilen. Dabei wirken zahlreiche Fakultäten zusammen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die sonderpädagogische Ausbildung innerhalb der Rehabilitationswissenschaften.
Die Raumplanung beschäftigt sich mit der Entwicklung von Städten und Regionen sowie mit den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Bedingungen räumlicher Veränderungen. Die Journalistik verbindet wissenschaftliche Lehre mit journalistischer Praxis. Statistik und Datenwissenschaften sind sowohl eigenständige Studienfelder als auch Grundlagen für Anwendungen in anderen Disziplinen.
Forschung
Die Forschung der TU Dortmund reicht von mathematischen Grundlagen über technische Entwicklungsfragen bis zur Untersuchung von Bildung und gesellschaftlichem Wandel. Fachübergreifende Kooperationen spielen dabei eine wichtige Rolle. Häufig verbinden Projekte Methoden aus Informatik, Statistik, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften.
Zu den Forschungsgebieten gehören Produktionstechnik, Logistik, Werkstoffe, Automatisierung und Energieversorgung. Im Zusammenspiel von Chemie, Biologie und Verfahrenstechnik werden unter anderem molekulare Prozesse, Wirkstoffe und technische Herstellungsverfahren untersucht. Weitere Arbeiten befassen sich mit Datenanalyse, mathematischer Modellierung, Simulation und künstlicher Intelligenz.
In den Bildungs- und Sozialwissenschaften stehen beispielsweise schulisches Lernen, Bildungsungleichheit, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe im Mittelpunkt. Die Lehrkräftebildung ist dadurch eng mit empirischer Bildungsforschung und fachdidaktischen Untersuchungen verbunden.
Eine besondere Forschungsanlage ist der Elektronenspeicherring DELTA. Die dort erzeugte Synchrotronstrahlung dient unter anderem der Untersuchung von Materialien und ihren Eigenschaften. Zugleich ermöglicht die Anlage Forschung und Ausbildung in der Beschleunigerphysik.
Die Universität kooperiert mit außeruniversitären Einrichtungen, darunter dem Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie und den Dortmunder Fraunhofer-Instituten. Im Rahmen der Universitätsallianz Ruhr werden gemeinsame Forschungsaktivitäten und die Zusammenarbeit bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgebaut.
Campus
Die wichtigsten Einrichtungen liegen auf dem Campus Nord und dem Campus Süd im Südwesten Dortmunds. Das Hochschulgelände befindet sich im Umfeld der Stadtteile Barop und Eichlinghofen. Die beiden Campusbereiche sind räumlich getrennt, jedoch durch Wege, Straßen und die H-Bahn miteinander verbunden.
Auf dem Campus Nord befinden sich zahlreiche natur- und ingenieurwissenschaftliche Einrichtungen, die zentrale Universitätsbibliothek, große Hörsäle sowie zentrale Serviceangebote. Der Campus Süd wird unter anderem von der Raumplanung sowie der Architektur und dem Bauingenieurwesen genutzt. Auch dort bestehen Lehr-, Arbeits- und Versorgungseinrichtungen.
Ein markantes Verkehrsmittel ist die 1984 eröffnete H-Bahn, eine automatisch betriebene Hängebahn. Sie verbindet die Campusbereiche mit weiteren Haltestellen, darunter Eichlinghofen und das Technologiezentrum. Am Haltepunkt Dortmund Universität besteht Anschluss an das S-Bahn-Netz und damit an den Dortmunder Hauptbahnhof sowie weitere Städte des Ruhrgebiets.
Das benachbarte Technologiezentrum und der Technologiepark bieten räumliche Nähe zwischen Hochschule, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Mensen und weitere Angebote des Studierendenwerks ergänzen die Infrastruktur. Neben dem Hauptgelände nutzt die Universität auch Räume im Dortmunder U und ist dadurch mit kulturellen Aktivitäten in der Innenstadt vertreten.
Bekannte Persönlichkeiten
Mit der TU Dortmund sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Persönlichkeiten aus Medien und Hochschulmanagement verbunden:
- Martin Schmeißer war Chemiker und Gründungsrektor der Universität Dortmund.
- 'Ursula Gather ist Statistikerin und leitete die Universität von 2008 bis 2020 als Rektorin.
- 'Detlef Müller-Böling war Professor für Betriebswirtschaftslehre und von 1990 bis 1994 Rektor der Universität. Später leitete er das Centrum für Hochschulentwicklung.
- Walter Krämer lehrte als Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik und wurde auch durch Veröffentlichungen über den Umgang mit statistischen Aussagen bekannt.
- Michael Steinbrecher studierte Journalistik in Dortmund. Der Journalist und Fernsehmoderator wurde 2009 Professor für Fernseh- und Videojournalismus an der TU Dortmund.
- Jörg Schönenborn studierte in Dortmund Journalistik und Politikwissenschaft. Bekannt wurde er als Journalist, Fernsehmoderator und Führungskraft des Westdeutschen Rundfunks.