Universität Hamburg
Die Universität Hamburg ist eine staatliche Universität in Hamburg. Sie wurde 1919 gegründet und gilt als erste demokratisch gegründete Universität Deutschlands. Mit rund 43.000 Studierenden ist sie die größte Hochschule Norddeutschlands.
Geschichte
Obwohl die Idee einer Hamburger Universität auf das 17. Jahrhundert zurückgeht, wurde sie erst am 1. April 1919 durch Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft gegründet — aus den Beständen des Kolonialinstituts, des Allgemeinen Vorlesungswesens und der Tradition des Akademischen Gymnasiums. Edmund Siemers, ein Hamburger Kaufmann, stiftete das Hauptgebäude, das heute seinen Namen trägt.
In den 1920er Jahren entwickelte sich die junge Universität rasch, unter anderem mit dem Warburg-Haus von Aby Warburg als Forschungsinstitut für Kulturwissenschaft. Die nationalsozialistische Gleichschaltung führte zur Vertreibung zahlreicher Wissenschaftler. Nach dem Krieg wuchs die Universität erheblich; 2019 wurde sie in der Exzellenzstrategie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet.
Fakultäten und Studienangebot
Die Universität gliedert sich in acht Fakultäten: Rechtswissenschaft; Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; Medizin; Erziehungswissenschaft; Geisteswissenschaften; Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften; Psychologie und Bewegungswissenschaft sowie Betriebswirtschaft. Angeboten werden mehr als 170 Studiengänge.
Campus
Der Hauptcampus liegt am Von-Melle-Park im Stadtteil Rotherbaum westlich der Innenstadt. Das Edmund-Siemers-Allee-Hauptgebäude mit dem Audimax ist das Wahrzeichen. Die Medizin ist auf dem Campus des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) konzentriert; zur Universität gehört außerdem die Hamburger Sternwarte in Bergedorf.
Forschung
Forschungsschwerpunkte sind Klima- und Erdsystemforschung (Exzellenzcluster „Climate, Climatic Change, and Society"), Astro- und Teilchenphysik in Kooperation mit DESY, Photonik sowie die Geistes- und Kulturwissenschaften mit der Warburg-Tradition. Die Universität kooperiert eng mit außeruniversitären Einrichtungen wie DESY, dem Max-Planck-Institut für Meteorologie und der Helmholtz-Gemeinschaft.
Persönlichkeiten
Der Physiker Otto Stern (Nobelpreis 1943) lehrte in Hamburg, ebenso Wolfgang Pauli (Nobelpreis 1945), der hier eine Professur innehatte, und J. Hans D. Jensen (Nobelpreis 1963), der Direktor des Instituts für theoretische Physik war. Aby Warburg begründete mit seiner Bibliothek die kulturwissenschaftliche Forschungstradition der Universität, an der der Kunsthistoriker Erwin Panofsky bis zu seiner Vertreibung 1933 lehrte.