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Universität Potsdam

Aus Hochschulwiki

Die Universität Potsdam ist eine staatliche Universität in Potsdam, der Landeshauptstadt von Brandenburg. Sie wurde 1991 gegründet und ist mit rund 20.000 Studierenden die größte Hochschule des Bundeslandes. Als Universität mit einem breiten Fächerspektrum verbindet sie Geistes-, Sozial-, Wirtschafts-, Rechts- und Naturwissenschaften mit der Lehrerbildung. Ihre Einrichtungen verteilen sich vor allem auf die drei Standorte Am Neuen Palais, Golm und Griebnitzsee. Die Hochschule arbeitet eng mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Wissenschaftsregion Berlin-Brandenburg zusammen.

Geschichte

Die Universität Potsdam entstand im Zuge der Neuordnung der Hochschullandschaft nach der deutschen Wiedervereinigung. Ihre Gründung erfolgte am 15. Juli 1991. Zu ihren institutionellen Vorgängern gehörte die Brandenburgische Landeshochschule Potsdam, die aus der Pädagogischen Hochschule „Karl Liebknecht“ hervorgegangen war. Diese hatte seit 1948 insbesondere Lehrkräfte ausgebildet. Außerdem wurden Teile der Hochschule für Recht und Verwaltung Potsdam in die neue Universität einbezogen.

Mit der Universitätsgründung wurde das bisherige Fächerspektrum erweitert. Neben der weiterhin wichtigen Lehrerbildung entstanden neue Strukturen in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Zugleich wurden die naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Bereiche ausgebaut. Die Entwicklung der Universität war damit sowohl durch die Übernahme vorhandener Einrichtungen als auch durch personelle und organisatorische Neuanfänge geprägt.

Ein weiterer Entwicklungsschritt war die Zusammenarbeit mit dem 1998 gegründeten Hasso-Plattner-Institut. Aus ihr ging 2017 die gemeinsam getragene Digital Engineering Fakultät hervor. Im Bereich der jüdischen Studien setzte die Universität ebenfalls besondere Akzente: 2013 wurde die School of Jewish Theology eröffnet, mit der jüdische Theologie als universitäres Studien- und Forschungsfach institutionell verankert wurde.

Fakultäten und Studienangebot

Zu den Fakultäten der Universität gehören die Philosophische Fakultät, die Humanwissenschaftliche Fakultät, die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, die Juristische Fakultät, die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät sowie die Digital Engineering Fakultät. Hinzu kam 2018 die gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane gegründete Fakultät für Gesundheitswissenschaften.

Die Philosophische Fakultät umfasst unter anderem Geschichte, Philosophie, Sprach- und Literaturwissenschaften, Religionswissenschaft und jüdische Studien. In der Humanwissenschaftlichen Fakultät sind beispielsweise Bildungswissenschaften, Psychologie sowie Sport- und Gesundheitswissenschaften angesiedelt. Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät deckt Fächer wie Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie, Geowissenschaften und Umweltwissenschaften ab.

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bietet Studienmöglichkeiten in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Politik- und Verwaltungswissenschaft sowie Soziologie. Die Juristische Fakultät widmet sich den verschiedenen Bereichen der Rechtswissenschaft. Ein besonderes Angebot ist die deutsch-französische juristische Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Universität Paris Nanterre.

Das Studienangebot umfasst Bachelor- und Masterstudiengänge sowie die rechtswissenschaftliche Ausbildung mit dem Ziel der Ersten juristischen Prüfung. Eine zentrale Aufgabe bleibt die Ausbildung von Lehrkräften für Brandenburg. Lehramtsstudierende verbinden fachwissenschaftliche Studien mit Fachdidaktik, Bildungswissenschaften und schulpraktischen Anteilen. Ergänzend bestehen internationale und englischsprachige Studienangebote sowie Möglichkeiten zur Promotion.

Forschung

Das Forschungsprofil der Universität ist durch die Verbindung fachlicher Grundlagenforschung mit interdisziplinären Fragestellungen geprägt. Zu den wichtigen Arbeitsgebieten zählen Erd- und Umweltwissenschaften, biologische Systeme, Kognitionswissenschaften, Datenwissenschaften sowie Fragen von Politik, Verwaltung und gesellschaftlichem Wandel.

In den Geowissenschaften werden unter anderem Prozesse im Erdinneren, Naturgefahren und Veränderungen der Erdoberfläche untersucht. Die Umweltforschung beschäftigt sich mit Ökosystemen und den Folgen menschlicher Eingriffe. Biologische Forschung reicht von molekularen Vorgängen in Pflanzen bis zu ökologischen und evolutionären Zusammenhängen.

Die kognitionswissenschaftliche Forschung untersucht Wahrnehmung, Sprache, Lernen und menschliches Verhalten. Dabei arbeiten beispielsweise Psychologie, Linguistik und Informatik zusammen. In den Sozialwissenschaften bilden öffentliche Verwaltung, politische Institutionen und deren Veränderung wichtige Themenfelder. Die Forschung am Hasso-Plattner-Institut und an der Digital Engineering Fakultät beschäftigt sich unter anderem mit Softwareentwicklung, digitalen Infrastrukturen und der Auswertung großer Datenbestände.

Kennzeichnend ist die enge Zusammenarbeit mit außeruniversitären Partnern. Dazu gehören das Deutsche GeoForschungsZentrum, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sowie Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft. Gemeinsame Berufungen und Forschungsprojekte verbinden universitäre Lehre mit der Arbeit dieser Institute.

Campus

Die Universität besitzt keinen geschlossenen Zentralcampus. Ihre drei Hauptstandorte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer fachlichen Schwerpunkte und ihrer baulichen Umgebung.

Am Standort Am Neuen Palais nutzt die Universität historische Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zum Park Sanssouci. Dazu zählen die Communs, die im 18. Jahrhundert als Wirtschafts- und Unterkunftsgebäude des Neuen Palais errichtet wurden. Hier befinden sich unter anderem die Universitätsleitung sowie zahlreiche geisteswissenschaftliche Einrichtungen. Die Lage verbindet den Hochschulbetrieb mit der Potsdamer Schlösser- und Kulturlandschaft.

Golm ist vor allem durch naturwissenschaftliche und humanwissenschaftliche Einrichtungen geprägt. Neben modernisierten Bestandsgebäuden entstanden Labor-, Lehr- und Bibliotheksgebäude. Der Campus gehört zum größeren Wissenschaftsstandort Golm, an dem auch Max-Planck- und Fraunhofer-Institute vertreten sind. Die räumliche Nähe erleichtert gemeinsame Forschung und den Austausch zwischen den Einrichtungen.

Am Griebnitzsee in Potsdam-Babelsberg liegen insbesondere Einrichtungen der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie das Hasso-Plattner-Institut. Der Standort ist durch den Bahnhof Griebnitzsee unmittelbar an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.

Die Universitätsbibliothek versorgt die verschiedenen Standorte mit gedruckter und elektronischer Fachliteratur. Mensen und weitere Angebote des Studierendenwerks ergänzen die Infrastruktur für Studium und Hochschulalltag.

Bekannte Persönlichkeiten

Mit der Universität sind Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verbunden. Der Historiker Julius H. Schoeps lehrte jüdische Geschichte und Kultur und prägte den Aufbau des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam.

Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber, Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, war zugleich als Professor für Theoretische Physik mit der Universität verbunden. Der SAP-Mitgründer Hasso Plattner unterstützte die Informatikausbildung durch die Gründung und Förderung des nach ihm benannten Instituts.

Zu den Absolventinnen gehört die Juristin und Politikerin Linda Teuteberg, die an der Universität Rechtswissenschaft studierte und später Mitglied des Deutschen Bundestages wurde.

Weblinks