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Deutsche Forschungsgemeinschaft

Aus Hochschulwiki

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die zentrale Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland und die größte Forschungsförderorganisation Europas. Sie finanziert Forschungsvorhaben an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in allen Wissenschaftsgebieten. Ihr Sitz ist in Bonn.

Geschichte

Die DFG geht auf die 1920 gegründete „Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft“ zurück, die nach dem Ersten Weltkrieg die wirtschaftlich angeschlagene deutsche Forschung stützen sollte. Zu ihren Initiatoren gehörten unter anderem Fritz Haber und der preußische Kultusministeriumsvortragende Friedrich Schmidt-Ott, der die Notgemeinschaft zunächst leitete. 1929 wurde die Organisation in „Deutsche Gemeinschaft zur Erhaltung und Förderung der Forschung“ umbenannt; die Kurzbezeichnung „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ wurde bereits damals verwendet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Notgemeinschaft 1949 in der amerikanischen und britischen Besatzungszone neu gegründet; 1951 erhielt sie wieder den Namen Deutsche Forschungsgemeinschaft. Der erste Vorsitzende der Nachkriegszeit war der Physiker Werner Heisenberg. Die DFG wurde damit zur zentralen Institution der westdeutschen Forschungsförderung; nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 dehnte sie ihre Tätigkeit auf die neuen Bundesländer aus.

Aufgaben und Struktur

Die DFG fördert Forschung auf Antrag („bottom-up“): Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reichen Projektvorschläge ein, die im Begutachtungsverfahren von Fachkollegen bewertet werden. Finanziert wird die DFG gemeinsam von Bund und Ländern; ihr Jahresbudget liegt inzwischen im Milliardenbereich.

Die DFG ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Bonn (Kennedyallee). Mitglieder sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Akademien und Fachgesellschaften. Die Entscheidungen über Förderprogramme trifft die DFG in ihren Selbstverwaltungsgremien, insbesondere dem Hauptausschuss und den Fachkollegien, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ehrenamtlich tätig sind.

Wichtige Programme

Zu den bekanntesten Förderinstrumenten zählen:

  • Einzelförderung (Sachbeihilfen) für einzelne Forschungsvorhaben,
  • Sonderforschungsbereiche (seit 1968): langfristig angelegte, hochschulübergreifende Forschungsverbünde,
  • Graduiertenkollegs (seit 1990): strukturierte Promotionsprogramme,
  • Forschungsgruppen, Forschungszentren und Schwerpunktprogramme,
  • die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern, die gemeinsam mit dem Wissenschaftsrat organisiert wird.

Zudem vergibt die DFG mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis die wichtigste deutsche Forschungsauszeichnung.

Bedeutung

Die DFG gilt als Rückgrat der grundlagenorientierten Forschungsförderung in Deutschland. Ihre Begutachtungsverfahren setzen Maßstäbe für die wissenschaftliche Qualitätskontrolle, und ihre Programme prägen die Forschungsstruktur der deutschen Hochschulen. Vertreten ist sie international in zahlreichen Kooperationen mit Partnerorganisationen in Europa und weltweit.

Weblinks