Exzellenzstrategie
Die Exzellenzstrategie (ExStra) ist ein Förderprogramm von Bund und Ländern zur Stärkung der universitären Spitzenforschung in Deutschland. Sie ging aus der Exzellenzinitiative (2005–2017) hervor und wird seit 2016 in ihrer heutigen Form durchgeführt. Organisiert wird sie gemeinsam von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Wissenschaftsrat.
Vorgeschichte: Die Exzellenzinitiative
Die Exzellenzinitiative wurde 2005 durch eine Vereinbarung von Bund und Ländern ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Spitzenforschung zu erhöhen. Sie umfasste drei Förderlinien: Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Exzellenzcluster zur Bündelung von Spitzenforschung und Zukunftskonzepte für den strategischen Ausbau einzelner Universitäten. In zwei Auswahlverfahren (2006/07 und 2012) wurden Förderentscheidungen getroffen; Hochschulen mit ausgezeichneten Zukunftskonzepten wurden im öffentlichen Sprachgebrauch als „Exzellenzuniversitäten“ bezeichnet.
Die Exzellenzstrategie seit 2016
Mit einer Vereinbarung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) vom 16. Juni 2016 wurde die Exzellenzinitiative in die unbefristete Exzellenzstrategie überführt. Sie besteht aus zwei Förderlinien:
- Exzellenzcluster: projektbezogene, international wettbewerbsfähige Forschungsverbünde an Universitäten oder Hochschulverbünden. In der ersten Runde wurden 2018 insgesamt 57 Exzellenzcluster ausgewählt; sie werden jeweils für sieben Jahre gefördert.
- Exzellenzuniversitäten: Hochschulen, die auf Grundlage herausragender Exzellenzcluster und eines überzeugenden institutionellen Konzepts dauerhaft gestärkt werden. 2019 wurden zehn Universitäten und ein Universitätsverbund (die Berlin University Alliance aus Freier Universität, Humboldt-Universität, Technischer Universität Berlin und der Charité) ausgewählt.
Zu den geförderten Exzellenzuniversitäten zählen unter anderem die Technische Universität München, die RWTH Aachen, die Technische Universität Dresden, die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie. Die Auswahlverfahren folgen einem zweistufigen Prozess: Die DFG entscheidet wissenschaftlich über die Exzellenzcluster; über die Exzellenzuniversitäten entscheidet die Internationale Expertenkommission Exzellenzstrategie auf der Grundlage von Bewertungen des Wissenschaftsrats.
Finanzierung und Bedeutung
Die Exzellenzstrategie wird von Bund und Ländern gemeinsam finanziert; das jährliche Fördervolumen liegt bei über einer halben Milliarde Euro. Das Programm gilt als das wirkmächtigste Instrument der deutschen Wissenschaftspolitik zur Profilbildung des Hochschulsystems: Es verstärkt die Differenzierung zwischen den Hochschulen, fördert den Wettbewerb um Spitzenleistungen und soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Universitäten sichern. Kritisiert wird mitunter die Konzentration der Mittel auf wenige Standorte sowie die wachsende Binnendifferenzierung innerhalb des Systems.