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Universität Heidelberg

Aus Hochschulwiki

Die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (kurz Universität Heidelberg) ist eine staatliche Universität in Heidelberg, Baden-Württemberg. Sie wurde 1386 von Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz gegründet und ist die älteste Universität Deutschlands. Mit rund 29.000 Studierenden ist sie eine mittelgroße Volluniversität und mehrfach als Exzellenzuniversität ausgezeichnet.

Geschichte

Die Gründung 1386 erfolgte nach dem Vorbild der Universität Paris; benannt ist die Universität nach ihrem Gründer Ruprecht I. und nach Karl Friedrich von Baden, der sie 1803 als Großherzog reorganisierte. In der Reformationszeit wurde Heidelberg zu einem Zentrum des Calvinismus; der Heidelberger Katechismus von 1563 entstand in ihrem Umfeld. Nach Verwüstungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg und dem Übergang an Baden erlebte die Universität im 19. Jahrhundert eine Blüte, unter anderem in der Rechtswissenschaft, der Medizin und den Naturwissenschaften.

Im 20. Jahrhundert war Heidelberg ein Zentrum der Geistes- und Naturwissenschaften. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Universität früh wiedereröffnet und profilierte sich als internationale Forschungshochschule. In der Exzellenzinitiative und der Exzellenzstrategie wurde sie 2007, 2012 und 2019 als Exzellenzuniversität ausgewählt.

Fakultäten und Studienangebot

Die Universität gliedert sich in zwölf Fakultäten, darunter Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin an zwei Standorten (Heidelberg und Mannheim), Philosophie, Sprachwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Mathematik und Informatik, Physik und Astronomie, Chemie, Biowissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften. Das Studienangebot umfasst rund 160 Studiengänge.

Campus

Die Universität prägt die Heidelberger Altstadt mit dem historischen Hauptgebäude, der Alten Aula und dem Studentenkarzer. Die Naturwissenschaften, Medizin und Informatik konzentrieren sich auf dem Campus Neuenheimer Feld jenseits des Neckars, einem der größten zusammenhängenden Wissenschaftscampus Deutschlands; die Medizinische Fakultät Mannheim ist an das Universitätsklinikum Mannheim angegliedert.

Forschung

Forschungsschwerpunkte sind die Lebenswissenschaften und Medizin, die Physik und Astronomie sowie die Kulturwissenschaften. Mit der Universität verbunden sind das Deutsche Krebsforschungszentrum, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie und vier Max-Planck-Institute in Heidelberg. Der Universität werden über 30 Nobelpreisträger zugerechnet; zu den jüngeren zählt der Mediziner Harald zur Hausen (2008).

Persönlichkeiten

Mit Heidelberg verbunden sind die Naturforscher Robert Bunsen und Gustav Kirchhoff, der Physiologe Hermann von Helmholtz, der Soziologe Max Weber und die Schriftsteller Joseph von Eichendorff und Friedrich Hölderlin, die hier studierten. Auch die Philosophin Hannah Arendt studierte in Heidelberg. Die Universität Leipzig bezeichnet sich ausdrücklich als zweitälteste Universität Deutschlands nach Heidelberg.

Weblinks