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Universität Leipzig

Aus Hochschulwiki
Bronzemodell der Paulinerkirche vor dem Paulinum

Die Universität Leipzig (lateinisch Alma mater Lipsiensis) ist eine staatliche Universität in Leipzig, Sachsen. Sie wurde 1409 gegründet und ist damit nach der Universität Heidelberg die zweitälteste durchgehend bestehende Universität in Deutschland. Mit rund 30.000 Studierenden ist sie die größte Hochschule der Stadt.

Geschichte

Die Universität wurde 1409 von Gelehrten und Studenten gegründet, die die Karlsuniversität Prag nach den Verfassungsreformen König Wenzels IV. verlassen hatten und in Leipzig Zuflucht fanden. Kurfürst Friedrich der Streitbare und sein Bruder Wilhelm von Sachsen verliehen der neuen Einrichtung die Gründungsprivilegien; der Lehrbetrieb begann noch im selben Jahr. Die Universität entwickelte sich zu einem Zentrum des Humanismus und der Reformation; 1519 fand in ihrem Umfeld die Leipziger Disputation zwischen Martin Luther und Johannes Eck statt.

Über die Jahrhunderte wuchs die Universität zu einer der renommiertesten Hochschulen des deutschsprachigen Raums. Im 19. Jahrhundert entstanden bedeutende Institute, etwa das 1879 von Wilhelm Wundt gegründete Institut für experimentelle Psychologie, das als Geburtsstätte der wissenschaftlichen Psychologie gilt. Während der DDR-Zeit trug die Universität von 1953 bis 1991 den Namen Karl-Marx-Universität. 1989 wurde der Campus am Augustusplatz zu einem Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution. Zwischen 2002 und 2012 wurde der Innenstadtcampus mit dem neuen Paulinum und dem Augusteum umfassend neu gestaltet.

Fakultäten und Studienangebot

Die Volluniversität gliedert sich in 14 Fakultäten: Theologie, Jura, Geschichte, Kunst- und Regionalwissenschaften, Philologie, Erziehungswissenschaften, Sozialwissenschaften und Philosophie, Wirtschaftswissenschaften, Sportwissenschaften, Medizin, Mathematik und Informatik, Naturwissenschaften sowie Veterinärmedizin. Das Angebot reicht von den klassischen geisteswissenschaftlichen Fächern über Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis zu Medizin, Mathematik und Naturwissenschaften.

Campus

Der Hauptcampus liegt im Zentrum Leipzigs am Augustusplatz mit dem Augusteum als Hauptgebäude, dem Paulinum als Aula und Universitätskirche sowie dem 142 Meter hohen City-Hochhaus, dem sogenannten Uniriesen. Weitere Einrichtungen verteilen sich über die Innenstadt; das Medizinische Campus um das Universitätsklinikum Leipzig liegt südöstlich des Zentrums.

Forschung

Forschungsschwerpunkte der Universität sind unter anderem die Lebenswissenschaften und Medizin, die Geistes- und Kulturwissenschaften mit ihren interdisziplinären Zentren sowie die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer. Mit der Universität verbunden sind Institute der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft, darunter das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Die Universitätsbibliothek Leipzig mit der Bibliotheca Albertina zählt zu den größten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands.

Persönlichkeiten

Zu den berühmten Studierenden und Lehrenden der Universität zählen Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Wolfgang von Goethe, Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Nietzsche, Richard Wagner, Robert Schumann und Werner Heisenberg. Wilhelm Wundt und Wilhelm Ostwald (Nobelpreis für Chemie 1909) lehrten hier; der Literaturnobelpreisträger Theodor Mommsen war als Professor in Leipzig tätig. Bundeskanzlerin Angela Merkel studierte Physik an der Universität Leipzig und wurde dort promoviert.

Weblinks