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Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Aus Hochschulwiki
Luftbild des Campus Leipziger Straße

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (kurz OVGU) ist eine staatliche Universität in Magdeburg, Sachsen-Anhalt. Sie entstand 1993 durch den Zusammenschluss der Technischen Universität Magdeburg, der Medizinischen Akademie Magdeburg und der Pädagogischen Hochschule Magdeburg und ist nach dem Magdeburger Naturforscher und früheren Bürgermeister Otto von Guericke benannt. Mit rund 13.000 Studierenden ist sie die kleinere der beiden Universitäten des Landes neben der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Geschichte

Die älteste Wurzel der OVGU ist die 1953 gegründete Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg, aus der 1961 die Technische Hochschule Otto von Guericke und 1987 die Technische Universität Magdeburg hervorging. Die Medizinische Akademie Magdeburg wurde 1954 gegründet, die Pädagogische Hochschule Magdeburg 1978. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden die drei Einrichtungen 1993 zur Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg vereinigt; Namenspatron ist der Physiker Otto von Guericke, bekannt durch die Magdeburger Halbkugeln und das Guericke-Vakuumexperiment.

Seit ihrer Gründung hat sich die Universität von einer technisch geprägten Einrichtung zu einer Volluniversität mit neun Fakultäten entwickelt und den Campus rund um den Universitätsplatz systematisch ausgebaut.

Fakultäten und Studienangebot

Die OVGU gliedert sich in neun Fakultäten: Maschinenbau; Verfahrens- und Systemtechnik; Elektrotechnik und Informationstechnik; Informatik; Mathematik; Naturwissenschaften; Medizin; Wirtschaftswissenschaften sowie Humanwissenschaften. Das Studienangebot umfasst rund 80 Studiengänge vom Bachelor über den Master bis zur Promotion, darunter mehrere englischsprachige Masterprogramme.

Campus

Der Campus liegt am Universitätsplatz südlich des Magdeburger Stadtzentrums. Neben den Institutsgebäuden beherbergt er die Universitätsbibliothek, das Hörsaalzentrum und das Universitätsklinikum Magdeburg als Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät. Die Lage nahe der Elbe und der Innenstadt macht den Campus zu einem der kompaktesten Universitätsgelände Deutschlands.

Forschung

Forschungsschwerpunkte der OVGU sind Neurowissenschaften und Medizintechnik, Ingenieurwissenschaften und Werkstoffforschung sowie Informatik und Visualisierung, darunter das Center for Behavioral Brain Sciences. Die Universität kooperiert eng mit außeruniversitären Einrichtungen in Magdeburg, darunter das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme und das Leibniz-Institut für Neurobiologie. In der Region Sachsen-Anhalt wirkt sie als wichtiger Technologietransfer-Partner, unter anderem im Umfeld der ansässigen Halbleiterindustrie.

Persönlichkeiten

Der Namensgeber Otto von Guericke war im 17. Jahrhundert Bürgermeister von Magdeburg und gilt als Pionier der Vakuumforschung; seine Experimente mit den Magdeburger Halbkugeln machten die Stadt in der Geschichte der Physik bekannt. Mit der Universität und ihren Vorgängereinrichtungen sind zahlreiche Wissenschaftler der ostdeutschen Ingenieur- und Medizintradition verbunden. In der Hochschullandschaft Sachsen-Anhalts ist die OVGU neben der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und kleineren Einrichtungen wie der Technischen Universität Eisenfeld die prägende Universität des Landes.

Weblinks