Hochschulrektorenkonferenz
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist der freiwillige Zusammenschluss der staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. Sie vertritt die gemeinsamen Interessen ihrer Mitgliedshochschulen gegenüber Politik und Öffentlichkeit und wirkt an der Entwicklung des Hochschulsystems mit. Ihr Sitz ist in Bonn; weitere Geschäftsstellen befinden sich in Berlin und Brüssel.
Geschichte
Die HRK wurde 1949 als „Westdeutsche Rektorenkonferenz“ (WRK) gegründet. Auslöser war die Notwendigkeit, nach dem Zweiten Weltkrieg die Zusammenarbeit der Hochschulen in der Bundesrepublik neu zu organisieren und gemeinsame Positionen zu Studium, Forschung und Hochschulverwaltung zu entwickeln. An der Gründung waren die Rektoren der westdeutschen Universitäten beteiligt; die WRK knüpfte an die Tradition der deutschen Rektorenzusammenschlüsse der 1920er Jahre an.
Nach der deutschen Wiedervereinigung traten ab 1990 die Hochschulen der neuen Bundesländer bei, und die Organisation erhielt ihren heutigen Namen Hochschulrektorenkonferenz. Sie wurde damit zur gesamtdeutschen Stimme der Hochschulen. Heute gehören ihr die große Mehrheit der deutschen Universitäten, Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen an – insgesamt mehr als 260 Mitgliedshochschulen.
Aufgaben
Die HRK versteht sich als Interessenvertretung und Dialogplattform der Hochschulen. Ihre Aufgaben umfassen:
- die Entwicklung gemeinsamer Positionen zu hochschulpolitischen Fragen, etwa zu Studium und Lehre, Forschung, Internationalisierung, Digitalisierung und Hochschulfinanzierung,
- die Formulierung gemeinsamer Standards, etwa bei Zulassung, Leistungspunkten (ECTS) und Qualitätssicherung,
- die Information und Beratung der Öffentlichkeit über die Hochschulen, unter anderem mit dem „Hochschulkompass“,
- die internationale Vertretung der deutschen Hochschulen, etwa im Rahmen des europäischen Hochschulraums.
Die HRK wirkt zudem in Gremien von Bund und Ländern mit, darunter an der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz, und bringt sich in die Diskussion um Reformprozesse wie den Bologna-Prozess ein. Im Zusammenhang mit der Exzellenzstrategie und anderen Förderprogrammen vertritt sie die Gesamtperspektive des Hochschulsystems.
Organisation
Oberstes Organ ist die Mitgliederversammlung. Der Vorstand, an dessen Spitze der Präsident steht, wird für jeweils mehrere Jahre gewählt; Präsidenten waren bislang zumeist amtierende oder ehemalige Rektoren bzw. Präsidenten von Mitgliedshochschulen. Die fachliche Arbeit erfolgt in Ausschüssen und Kommissionen, in denen Hochschulleitungen und Expertinnen und Experten aus den Mitgliedshochschulen mitwirken. Die Geschäftsstelle in Bonn (Ahrstraße) koordiniert die laufende Arbeit.
Bedeutung
Als Dachorganisation der deutschen Hochschulen spielt die HRK eine zentrale Rolle in der hochschulpolitischen Willensbildung. Ihre Empfehlungen und Entschließungen sind für Politik und Verwaltung richtungsweisend, auch wenn sie rechtlich unverbindlich sind. Ergänzend wirken Organisationen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Forschungsförderung) und der Wissenschaftsrat (wissenschaftspolitische Beratung) am System der deutschen Wissenschaftsorganisation mit.