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Medizinische Fakultät (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)

Aus Hochschulwiki

Die Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) geht auf die 1954 gegründete Medizinische Akademie Magdeburg zurück und ist die einzige medizinische Fakultät des Landes Sachsen-Anhalt. Zusammen mit dem Universitätsklinikum Magdeburg bildet sie die Universitätsmedizin Magdeburg; Fakultät und Klinikum haben ihren Sitz am Campus Leipziger Straße im Süden der Stadt.

Geschichte

Am 7. September 1954 wurde die Medizinische Akademie Magdeburg (MAM) gegründet. Sie entstand auf der Basis vorhandener städtischer Kliniken, insbesondere des 1891 eröffneten Gustav-Ricker-Krankenhauses in der Sudenburg, und war eine von drei medizinischen Akademien, die in jenem Jahr in der DDR eingerichtet wurden (neben Dresden und Erfurt). Magdeburg war die einzige der drei Akademien mit vollständiger vorklinischer Ausbildung. Neben Lehre und Forschung übernahm die Akademie auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Raum Magdeburg.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die MAM stetig erweitert; bis zu ihrer Auflösung wurden dort mehr als 7.000 Ärztinnen und Ärzte ausgebildet. Nach der politischen Wende wurden die Magdeburger Hochschulen zusammengeführt: Am 3. Oktober 1993 gingen die Technische Universität, die Pädagogische Hochschule und die Medizinische Akademie in der neu gegründeten Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf. Aus der MAM wurde die Medizinische Fakultät der neuen Universität. Das Universitätsklinikum wurde in den folgenden Jahren als Anstalt des öffentlichen Rechts organisatorisch verselbständigt, bleibt aber mit der Fakultät als Universitätsmedizin eng verbunden.

Studium

Die Fakultät bildet in den Studiengängen Humanmedizin sowie Molekulare Biosysteme/Anwendungsorientierte Biowissenschaften aus. Zum Wintersemester werden jährlich rund 190 Studienanfänger im Studiengang Humanmedizin immatrikuliert. Die klinische Ausbildung findet am Universitätsklinikum Magdeburg statt, einem Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten und mehr als zwanzig Kliniken und Instituten.

Forschung

Die Forschungsschwerpunkte der Fakultät liegen in der Neurowissenschaft und den immunologischen Grundlagen von Erkrankungen sowie in der Forschung zu Entzündung, Krebs und Stoffwechselerkrankungen. Die Fakultät kooperiert eng mit außeruniversitären Einrichtungen am Standort, darunter dem Leibniz-Institut für Neurobiologie und Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft. Verbundprojekte werden unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Geschichte der Hochschulmedizin als Profil

Als Teil der erst 1993 gegründeten OVGU ist die Medizinische Fakultät ein Beispiel für die Transformation ostdeutscher Hochschulmedizin nach 1990: Aus einer fachlich begrenzten Akademie der DDR wurde eine universitäre Fakultät mit vollem Promotions- und Habilitationsrecht, eingebunden in eine technisch-naturwissenschaftlich geprägte Universität mit neun Fakultäten.

Weblinks