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Sofja Kowalewskaja

Aus Hochschulwiki

Sofja Wassiljewna Kowalewskaja (russisch Софья Васильевна Ковалевская; * 15. Januar 1850 in Moskau; † 10. Februar 1891 in Stockholm) war eine russische Mathematikerin. Sie war die erste Frau, die in Europa in Mathematik promovierte, und die erste Professorin für Mathematik weltweit. Ihre akademische Laufbahn führte sie über Heidelberg und Berlin nach Göttingen und Stockholm.

Herkunft und Weg nach Deutschland

Kowalewskaja entstammte einer adeligen russischen Familie; ihre Begeisterung für die Mathematik wurde als Kind geweckt. Da Frauen in Russland nicht zum Universitätsstudium zugelassen waren, ging sie 1868 mit einer Scheinehe – einem damals üblichen Mittel, um ohne elterliche Begleitung reisen zu können – nach Deutschland. In Heidelberg durfte sie ab 1869 als Gasthörerin Vorlesungen besuchen, unter anderem bei Leo Königsberger, Emil du Bois-Reymond und Gustav Kirchhoff; die Universitätsleitung unterstützte ihre Ausbildung ausdrücklich.

1870 zog sie nach Berlin, um bei Karl Weierstraß zu studieren. Da die Berliner Universität Frauen auch als Gasthörerinnen ausschloss, unterrichtete Weierstraß sie vier Jahre lang privat. Er erkannte ihre außergewöhnliche Begabung und betreute ihre wissenschaftlichen Arbeiten.

Promotion in Göttingen

1874 wurde Kowalewskaja an der Universität Göttingen in Abwesenheit und ohne mündliche Prüfung promoviert – als erste Frau Europas mit einer Promotion in Mathematik. Grundlage waren drei Arbeiten: eine zur Theorie der partiellen Differentialgleichungen, die den später nach ihr benannten Satz von Cauchy-Kowalewskaja enthält, eine Untersuchung der Saturnringe sowie eine Arbeit über elliptische Integrale.

Da ihr in Deutschland und Russland keine akademische Anstellung offenstand, kehrte sie zunächst nach Russland zurück, wo sie mehrere Jahre ohne wissenschaftliche Tätigkeit blieb und sich als Schriftstellerin betätigte.

Professur in Stockholm

Auf Vermittlung des schwedischen Mathematikers Gösta Mittag-Leffler erhielt Kowalewskaja 1883 eine Dozentenstelle an der neu gegründeten Universität Stockholm; 1884 hielt sie dort ihre ersten Vorlesungen. 1889 wurde sie zur ordentlichen Professorin für Mathematik ernannt – die erste Frau weltweit auf einem solchen Lehrstuhl. 1888 wurde sie mit dem Prix Bordin der Pariser Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet für ihre Arbeit über die Rotation starrer Körper, die den nach ihr benannten „Kowalewskaja-Kreisel“ beschreibt; die Jury erhöhte den Preis wegen der Bedeutung der Arbeit. 1889 wurde sie als erste Frau korrespondierendes Mitglied der Petersburger Akademie der Wissenschaften.

Kowalewskaja starb 1891 in Stockholm an den Folgen einer Lungenentzündung, nur 41 Jahre alt.

Nachwirkung

Kowalewskaja gilt als Wegbereiterin für Frauen in der Wissenschaft. Ein Mondkrater sowie zahlreiche Schulen, Preise und Förderprogramme tragen ihren Namen; die Alexander-von-Humboldt-Stiftung vergibt den Sofja-Kovalevskaja-Preis an herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

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