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Theodore von Kármán

Aus Hochschulwiki

Theodore von Kármán (ungarisch Kármán Tódor; * 11. Mai 1881 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 6. Mai 1963 in Aachen) war ein ungarisch-US-amerikanischer Ingenieur und Physiker. Er gilt als einer der herausragenden Aerodynamiker des 20. Jahrhunderts; von 1913 bis 1930 wirkte er an der Technischen Hochschule Aachen, der heutigen RWTH Aachen, und begründete dort die Aachener Schule der Strömungsmechanik.

Herkunft und Ausbildung

Von Kármán entstammte einer ungarisch-jüdischen Gelehrtenfamilie; sein Vater war Professor für Pädagogik. Er studierte Maschinenbau an der Königlichen Josephs-Technischen Hochschule in Budapest und schloss 1902 mit Auszeichnung ab. 1906 ging er nach Göttingen, damals ein Zentrum der angewandten Mathematik und Mechanik, und wurde Assistent von Ludwig Prandtl. 1908 promovierte er in Göttingen; dort entstanden auch seine ersten Arbeiten zur Strömungsmechanik, darunter die Erklärung der später nach ihm benannten Kármánschen Wirbelstraße (1911/12), die die Wirbelbildung hinter umströmten Körpern beschreibt.

Professur in Aachen

1913 wurde von Kármán auf den Lehrstuhl für Mechanik und Aerodynamik der Technischen Hochschule Aachen berufen und zugleich Direktor des Aerodynamischen Instituts. In Aachen baute er eines der ersten modernen aerodynamischen Forschungszentren Europas auf, einschließlich eines Windkanals. Seine Arbeiten zur Turbulenz, zur Grenzschichttheorie und zur Tragflügeltheorie machten das Institut international bekannt. Während des Ersten Weltkriegs leistete er Militärdienst in der österreichisch-ungarischen Luftfahrttruppe und forschte an Hubschraubern. In den 1920er Jahren beriet er die aufstrebende Luftfahrtindustrie in Europa und Amerika und unternahm ausgedehnte Vortragsreisen.

Emigration in die USA

1930 verließ von Kármán Aachen und übernahm die Leitung des Guggenheim Aeronautical Laboratory (GALCIT) am California Institute of Technology in Pasadena. Dort wurde er 1936 US-Staatsbürger. Er trieb die Raketenforschung voran, war Mitbegründer der Aerojet Engineering Corporation (1942) und des Jet Propulsion Laboratory (JPL), aus dem das heutige NASA-Zentrum hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg beriet er die US-Luftwaffe wissenschaftlich und initiierte 1951 die NATO-Forschungsgruppe AGARD.

Ehrungen

Von Kármán erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1962 als erster Wissenschaftler die National Medal of Science der Vereinigten Staaten. Er starb 1963 auf einer Reise in Aachen, der Stadt seiner ersten Professur. Die „Kármán-Linie“ in 100 km Höhe, die als Grenze zum Weltraum gilt, ist nach ihm benannt, ebenso Mond- und Marskrater.

Weblinks