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Fakultät für Maschinenwesen (RWTH Aachen)

Aus Hochschulwiki

Die Fakultät für Maschinenwesen ist eine der neun Fakultäten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen) und gilt als eine der größten und renommiertesten Einrichtungen für Maschinenbau in Europa. Sie ist nahezu so alt wie die Hochschule selbst: Bereits bei der Eröffnung der Königlich Rheinisch-Westfälischen Polytechnischen Schule im Jahr 1870 begannen im Wintersemester 1870/71 die ersten 31 Studierenden ihre Ausbildung im Maschinenwesen.

Geschichte

Das Maschinenwesen gehörte von Anfang an zum Kern der Aachener Hochschule, die mit dem Ziel gegründet worden war, Ingenieure für die aufstrebende Industrie des Rheinlands und Westfalens auszubilden. In den Jahrzehnten nach der Gründung wuchs die Zahl der Lehrstühle und Institute kontinuierlich; mit der Umwandlung der polytechnischen Schule in eine Technische Hochschule (1880) und der Verleihung des Promotionsrechts (1899) wurde das Fach auch wissenschaftlich eigenständiger.

International bekannt wurde das Aachener Maschinenwesen insbesondere im frühen 20. Jahrhundert. Theodore von Kármán, von 1913 bis 1930 Inhaber des Lehrstuhls für Mechanik und Aerodynamik und Direktor des Aerodynamischen Instituts, begründete hier die Aachener Schule der Strömungsmechanik. Auch der Flugzeugpionier Hugo Junkers hatte in Aachen studiert. In der Nachkriegszeit prägten Institute für Werkzeugmaschinen, Produktionstechnik und Fertigungstechnik den Ruf der Fakultät; das Werkzeugmaschinenlabor WZL wurde zu einer der bekanntesten produktionstechnischen Forschungseinrichtungen Europas.

Studium

Die Fakultät bildet heute rund 6.500 Studierende aus und zählt damit zu den größten Maschinenbaufakultäten Deutschlands. Das Angebot umfasst Bachelor- und Masterstudiengänge in Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen mit maschinenbaulicher Fachrichtung, Computational Engineering Science sowie weitere spezialisierte Masterprogramme, darunter englischsprachige Angebote. Die Ausbildung verbindet ein breites ingenieurwissenschaftliches Fundament mit früher Labor- und Forschungsnähe.

Forschung

Die Forschung der Fakultät gliedert sich in zahlreiche Institute und Lehrstühle, die vom Entwurf und der Konstruktion über Werkstoffe und Fertigungsverfahren bis zur Produktionsorganisation und Automatisierung reichen. Schwerpunkte bilden unter anderem die Produktionstechnik, die additive Fertigung, die Digitalisierung von Produktionsprozessen (Industrie 4.0) sowie nachhaltige Antriebs- und Energietechnik.

Charakteristisch für die Fakultät ist die enge Verzahnung mit der Industrie, die sich auch im Modell des RWTH Aachen Campus zeigt: Auf dem Campus Melaten arbeiten Forschungscluster und Unternehmen in unmittelbarer Nachbarschaft zusammen, darunter Einrichtungen mit maßgeblicher Beteiligung der Fakultät für Maschinenwesen. Die Fakultät ist zudem an Exzellenzclustern der Hochschule beteiligt, etwa im Bereich der produktionstechnischen Forschung, die im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert wird.

Persönlichkeiten

Mit der Fakultät und ihren Vorläufereinrichtungen sind zahlreiche bedeutende Ingenieure und Wissenschaftler verbunden, darunter:

  • Theodore von Kármán (1881–1963), Aerodynamiker, Lehrstuhl für Mechanik und Aerodynamik 1913–1930
  • Hugo Junkers (1859–1935), Flugzeugbauer, studierte Maschinenbau in Aachen
  • Wilhelm Nusselt (1882–1957), Professor für Theoretische Maschinenlehre, grundlegende Arbeiten zur Wärmeübertragung
  • Herwart Opitz (1905–1978), langjähriger Leiter des Werkzeugmaschinenlabors WZL, Wegbereiter der produktionstechnischen Forschung in Deutschland

Weblinks